FIELD NOTE 13 · Körperarbeit & energetische Ansätze
Biodynamische Osteopathie und Körperenergetische Feldarbeit © – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Biodynamische Osteopathie und Körperenergetische Feldarbeit © können von außen ähnlich ruhig wirken. Beide geben feinen Veränderungen Zeit und richten Aufmerksamkeit auf den Menschen als Ganzes. Methodisch gehören sie dennoch in unterschiedliche Zusammenhänge.
Was ist Osteopathie?
Osteopathie ist eine Form manueller, körperbezogener Behandlung. Osteopathisch Arbeitende untersuchen und behandeln mit den Händen und beziehen dabei Strukturen, Beweglichkeit und funktionelle Zusammenhänge des Körpers ein. Das fachsprachliche Wort Palpation bedeutet zunächst nichts anderes als Wahrnehmen und Untersuchen durch Berührung beziehungsweise Ertasten. Im Vergleich zur körperenergetischen Feldarbeit ist dieser direkte manuelle Kontakt der grundlegende Unterschied.
Was bedeutet „biodynamisch“ in der Osteopathie?
Die biodynamische Osteopathie entwickelte sich innerhalb der kranialen osteopathischen Tradition. Ihre Vertreterinnen und Vertreter beschreiben einen besonders stillen, rezeptiven Zugang: Statt Gewebe aktiv in eine gewünschte Richtung zu bewegen, wird mit sehr feiner Berührung auf innere Bewegungen, Rhythmen, Ruhepunkte und selbstordnende Prozesse gelauscht. Begriffe wie primäre Respiration, Lebensatem oder inhärente Gesundheit gehören zum eigenen Deutungsmodell dieses Ansatzes und sind nicht mit allgemein anerkannten physiologischen Messgrößen gleichzusetzen.
Wie findet eine biodynamisch-osteopathische Sitzung statt?
Die biodynamische Osteopathie ist eine ausgesprochen stille Form manueller Körperarbeit. Die behandelnde Person legt ihre Hände sehr leicht und für längere Zeit auf. Kopf, Kreuzbein und Füße sind dabei häufige Kontaktorte. Über diesen ruhenden Kontakt lauscht sie den Prozessen, die sie als primäre Respiration, Tide, Stille und selbstordnende Bewegung versteht, und folgt ihnen, ohne kraftvoll in das Gewebe einzugreifen. Die Hände bleiben damit Mittel der Berührung und Wahrnehmung. Allerdings gibt es mehrere Ausbildungsphasen und unterschiedliche Anwendungen; Kopf, Kreuzbein und Füße sind deshalb typische, aber nicht nachweislich die einzig möglichen Kontaktpunkte sämtlicher biodynamisch-osteopathischer Schulen.
Was biodynamischer Osteopathie und körperenergetischer Feldarbeit ähnlich sein kann
Ähnlichkeiten zwischen biodynamischer Osteopathie und körperenergetischer Feldarbeit liegen vor allem in der Qualität des Rahmens und im ganzheitlichen Blick: ruhige, ungeteilte Aufmerksamkeit, wenig äußere Aktion und die Bereitschaft, wahrnehmbaren Prozessen Zeit zu geben, statt Veränderung allein durch Kraft oder Willen herzustellen. Auch das Erleben während einer Sitzung kann sich ähneln. Menschen berichten mitunter von Wärme, Weite, tiefer Ruhe, innerer Bewegung oder einem veränderten Körpergefühl. Beide Arbeitsweisen richten sich nicht nur auf eine isolierte Stelle, sondern auf Zusammenhänge und Beziehungen innerhalb des gesamten körperlichen beziehungsweise körperenergetischen Geschehens.
Der entscheidende Unterschied: direkte Berührung oder Arbeit im Feld
Biodynamische Osteopathie bleibt trotz ihrer Stille eine manuelle Behandlung: Über den direkten Kontakt der Hände werden Gewebe und sehr feine Bewegungen ertastet beziehungsweise erspürt. Die behandelnde Person lauscht den einsetzenden Prozessen und begleitet sie weitgehend rezeptiv. Die Körperenergetische Feldarbeit © verzichtet überwiegend auf diesen Kontakt und ist zugleich aktiver ausgerichtet. Ich nehme entlang des bekleideten Körpers und im körpernahen Feld Verbindungen, Strukturen und Bereiche wahr, die sich verdichtet, gebunden, wenig beweglich oder wenig miteinander verbunden zeigen – Erscheinungen, die andernorts häufig als „Blockaden“ bezeichnet werden. Auf diese Wahrnehmungen reagiere ich gezielt: Ich folge Verbindungen, beziehe unterschiedliche Bereiche aufeinander und setze Impulse für Ausgleich, Bewegung und ein freieres Zusammenspiel. Innen und außen werden dabei nicht als voneinander abgetrennte Systeme behandelt. Inneres Erleben, körperliche Präsenz, Ausstrahlung und körpernaher Raum bilden einen gemeinsamen Zusammenhang, in dem differenziert wahrgenommen und Einfluss genommen werden kann. So eröffnet die Feldarbeit andere und weiterreichende Möglichkeiten als die unmittelbare Arbeit über einzelne Berührungspunkte.
Körperenergetische Arbeit – aber keine Psychotherapie oder medizinische Behandlung
INNENFELD ist der Name der Praxis und das Dach, unter dem die Körperenergetische Feldarbeit © und die Körperenergetische Neuausrichtung © angeboten werden. Beide sind berührungsfreie Formen körperenergetischer Arbeit. Im Mittelpunkt der Feldarbeit stehen das körpernahe Feld, Körperwahrnehmung, psychischer und körperlicher Ausgleich, Sammlung und Präsenz. Das Vor- und Nachgespräch bei Sitzungen vor Ort beziehungsweise das kurze Telefonat beim Erstkontakt für Distanzsitzungen dient dem persönlichen Austausch und ist weder psychotherapeutische noch medizinische Behandlung.
Was psychophysische Regulation in der körperenergetischen Feldarbeit meint
Mit Regulation ist in der körperenergetischen Feldarbeit kein gezieltes Nervensystemtraining und kein Zustand gemeint, den die empfangende Person durch Atemtechnik, Konzentration oder Übung herstellen muss. Gemeint sind Veränderungen im Zusammenspiel von körperlichem und psychischem Erleben, die während einer Sitzung oder in ihrem Nachklang erfahrbar werden können – etwa mehr Ruhe, ein freierer Atem, Sammlung, Klarheit oder ein verändertes Empfinden von Spannung und Weite.
Was die Körperenergetische Neuausrichtung © vertieft
Die Körperenergetische Neuausrichtung © ist ein eigenständiges Zwei-Phasen-Format innerhalb eines Tages. Während die einzelne Körperenergetische Feldarbeit © offen beim gegenwärtigen körperlich-emotionalen Zustand ansetzt, folgt die Neuausrichtung einer klaren körperenergetischen Struktur. In der ersten Phase werden das Feld aufgenommen, verdichtete oder wenig verbundene Bereiche einbezogen und neue Verbindungen vorbereitet. Nach einer geschützten Ruhe- und Übergangszeit greift die zweite Phase die entstandene Bewegung auf: Körperenergetische Mitte, Zentrierung und die Beziehungen verschiedener Bereiche werden erneut verbunden und zu einer neuen Ausrichtung zusammengeführt.
Warum ähnliche Erfahrungen keine Gleichsetzung erlauben
Eine Erfahrung kann sich ähnlich anfühlen und dennoch in einem anderen methodischen Rahmen entstehen. Ruhe, Wärme oder ein verändertes Körpergefühl sagen allein nicht, welcher Mechanismus zugrunde liegt. Deshalb ist die klare Benennung wichtig: Wer biodynamische Osteopathie sucht, erwartet eine osteopathisch geschulte manuelle Behandlung. Wer Körperenergetische Feldarbeit © bucht, entscheidet sich für die von Dr. phil. Nadine Müller entwickelte berührungsfreie Arbeit im körpernahen Feld.
Aus unterschiedlichen Methoden zu einer eigenen Feldarbeit
Meine Körperenergetische Feldarbeit © ist aus langjähriger Praxis, eigener Selbsterfahrung und der Beschäftigung mit unterschiedlichen energetischen und körperbezogenen Ansätzen entstanden. Reiki, traditionelles Besprechen, berührungsfreie Arbeitsweisen und weitere gelernte Methoden haben meine Wahrnehmung geschult und meinen Blick für unterschiedliche Zugänge erweitert. In meiner heutigen Arbeit wende ich diese Verfahren jedoch nicht einfach nebeneinander an. Ihre Erfahrungen fließen in eine eigenständige Arbeitsweise ein, die keinem einzelnen Lehrsystem folgt und Wahrnehmung mit gezielter Einflussnahme im Feld verbindet. Dadurch kann ich auf das reagieren, was sich im jeweiligen körperenergetischen Zusammenhang zeigt, statt einen unveränderlichen Ablauf über jeden Menschen zu legen.
Die drei körperenergetischen Angebote bei INNENFELD
Unter dem Praxisnamen INNENFELD stehen drei Formate zur Auswahl. Die Körperenergetische Feldarbeit © vor Ort findet in Berlin-Mitte statt und verbindet ein persönliches Vor- und Nachgespräch mit der berührungsfreien Arbeit am körpernahen Feld. Die Distanzsitzung ist eine konzentrierte energetische Behandlung von 30 Minuten für 80 €. Sie findet zu einem fest vereinbarten Zeitpunkt statt. Nur beim Erstkontakt führen wir vor der ersten Behandlung ein kurzes Telefonat; weitere Distanzsitzungen finden ohne Telefonat statt. Die Sitzung vor Ort dauert insgesamt etwa 60 Minuten.
Die Körperenergetische Neuausrichtung © ist keine stärkere oder längere Einzelsitzung, sondern ein eigenständiges Zwei-Phasen-Format innerhalb eines Tages. Zwischen beiden Arbeitsphasen liegt eine geschützte Ruhe- und Übergangszeit. Die Neuausrichtung richtet sich auf das körperenergetische Feld als Ganzes und folgt einer eigenen, fest aufgebauten Abfolge.
Quellen und weiterführende Literatur
- American Osteopathic Association: Osteopathic Medicine und hands-on care
- Biodynamics of Osteopathy: Darstellung des Ansatzes und seiner Ausbildungsphasen
- PubMed: Systematische Übersicht zum primären respiratorischen Mechanismus
- PubMed: Untersuchung zur Zuverlässigkeit der Wahrnehmung des primären respiratorischen Mechanismus