FIELD NOTES · Der INNENFELD Blog

FIELD NOTE 05 · Innenfeld & Körperpräsenz

Was wir Ausstrahlung nennen

Manchmal nehmen wir die Verfassung eines Menschen wahr, noch bevor ein Wort gesprochen wurde. Was genau begegnet uns in solchen Momenten?

Wir nehmen mehr wahr, als wir benennen können

Manchmal betritt ein Mensch einen Raum, und noch bevor ein Wort gesprochen wurde, spüren wir etwas von seiner Verfassung: Lebendigkeit oder Erschöpfung, Offenheit oder Rückzug, Sammlung oder Unruhe. Haltung, Atem, Blick, Bewegungsrhythmus und die Art, wie jemand Raum einnimmt, bilden einen Gesamteindruck. Im Alltag nennen wir ihn oft Ausstrahlung.

Innenfeld ist nicht nur „innen“

Mit Innenfeld bezeichne ich den Erfahrungsraum, in dem Körperempfinden, emotionale Resonanz, persönliche Grenzen, Präsenz und Umgebung miteinander verbunden sind. Das Wort „innen“ meint keinen abgeschlossenen Ort hinter der Haut. Unser innerer Zustand zeigt sich in der Körperhaltung, in unserer Kontaktfähigkeit und in der Weise, wie wir anderen Menschen begegnen. Er reicht damit in den gemeinsam erlebten Raum hinein.

Innen und außen leiblich wahrnehmbar

Was wir als Ausstrahlung erleben, ist deshalb weder nur innerlich noch nur äußerlich. Wir können den eigenen Zustand leiblich wahrnehmen – etwa als Weite oder Enge, Sammlung oder Unruhe, Aufrichtung oder Rückzug. Zugleich kann er für andere in unserer Haltung, unserem Blick, unserer Stimme, unserem Bewegungsrhythmus und in der Art des Kontakts wahrnehmbar werden. Über ein darüber hinausreichendes energetisches Feld lässt sich wissenschaftlich bislang nur begrenzt und nicht abschließend sprechen. Die Erfahrung, dass Präsenz über die eigene Innenwahrnehmung hinaus im gemeinsamen Raum spürbar wird, bleibt davon unberührt: Sie kann von innen erlebt und von außen wahrgenommen werden.

Wie Feldarbeit hier ansetzt

Das Feld um den Körper verstehe ich als einen feinstofflichen Informationsraum. Unterschiede in Dichte, Weite, Spannung oder Bewegung können darin wahrnehmbar und spürbar werden; auf diese Wahrnehmungen richte ich meine Arbeit aus. Die Körperenergetische Feldarbeit © findet berührungsfrei entlang des Körpers und in dem ihn umgebenden Raum statt. Sie bezieht den gegenwärtigen Zusammenhang von Körper, innerem Erleben, Ausstrahlung und Präsenz ein. In diesem Sinn kann sie psychophysische Ausgleichs- und Veränderungsprozesse begleiten, das Wohlbefinden stärken und gesundheitsbezogene Entwicklungen ergänzend unterstützen.

Eine kleine Wahrnehmungsübung für den Alltag

Halte vor einer Begegnung oder bevor du einen Raum betrittst für einen Moment inne. Nimm wahr, ob du dich gerade eher gesammelt oder zerstreut, offen oder zurückgezogen, weit oder angespannt erlebst. Verändere zunächst nichts. Beobachte anschließend, wie sich dieser innere Zustand nach außen zeigt: Ist dein Blick frei oder suchend, deine Stimme ruhig oder gedrängt, dein Tempo gelassen oder eilig? Wie viel Abstand brauchst du, und wie leicht fällt dir Kontakt? Wenn du möchtest, richte dich dann für einige Atemzüge auf, spüre den Boden unter den Füßen und werde innerlich etwas weiter. Nimm wahr, ob sich dadurch nicht nur dein Körpergefühl, sondern auch deine Präsenz im Raum und die Begegnung mit anderen verändert.

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